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Elfriede Fuchsenfelde

Aus ArxWiki
Version vom 5. April 2018, 12:13 Uhr von Elfriede (Diskussion | Beiträge)

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Versprechen

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Heimat

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Tratsch und Klatsch

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Über Elfie

Elfie ist keineswegs eine dünne Frau. Sie ist kräftig gebaut, hat große breite Hände mit Wurstfingern und ist recht klein für ihr Gewicht. Ihr Gang ist oft sehr schwerfällig und gemütlich. Stühle und Hocker ächzen unter ihrem Gewicht. In ihrem Gesicht wird man stets ein Lächeln finden. Sommersprossen ziehen sich durch das Gesicht und der rote Haarschopf ist stets ein bisschen verwuschelt. Die Kleidung ist zumeist sauber auch wenn ihre Schürze schon einmal bessere Tage erlebt hat. Sie ist zwar meistens gewaschen aber trotzdem findet man einige Flecken darauf, die man nicht mehr entfernen konnte. Ihre Brüste sind ausladend und die Augen von einem tiefen Moosgrün. Gute Laune ist ihr ständiger Begleiter, ebenso wie ein fröhliches Liedchen. Sie ist arbeitsam, fleissig und sie wird ihren Freunden stets helfen. Man wird schnell merken, dass sich hinter der Fassade einer dummen Bäuerin weit mehr Scharfsinn und Weitblick versteckt als man vermuten mag.

Der Weg der Füchsin

Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Der Weg.png

Vor der Begegnung mit der Vatin Der Wind schnellte eiskalt und unermüdlich über die Ebenen in Kliffweiden. Die Nacht war kalt und der Schnee lag immer noch überall und machte keine Anstalten zu schmelzen. Dort stand die Rothaarige mitten auf der Ebene, eingehüllt in einen dicken warmen Mantel. Der Wind zerzauste ihr Haar welches sich ob der Röte stark vom Schnee, der überall lag abhebte. Ihr Blick war auf die Drechslerspitze gerichtet über der ein zunehmender aber dennoch heller Mond hing. In dieser Nacht wurde ihr klar, dass man ihr so viel gegeben hatte. Man hatte ihr so viel geschenkt und sie hatte kaum etwas zurück gegeben. Schon lange trug sie dieses Gefühl mit sich rum. Sie verspürte kein Unglück aber irgendetwas in ihr war inkomplett. Irgendetwas fehlte aber sie konnte bis zu jenem Abend nicht ausmachen was es war.

Es war Zeit etwas zurück zu geben und so beschloss sich die Füchsin zu einem Schritt, der ihr Leben verändern sollte. Sie wanderte durch die Nacht über knackende Hölzer und Steine welche sich ihr in den Weg legten. Die finsteren Wege führten sie hinab zum Anwesen in welches sie eintrat. Sie machte sich auf in ihr Zimmer und suchte sich einige Dinge zusammen. Unter den Dingen befanden sich größtenteils rohe Gaben wie Äpfel, Nüsse aber auch verschiedenstes Gemüse und etwas Saatgut. Zudem noch eine selbst gezogene Kerze und ein paar Münzen. Die Zimmer waren dunkel aber sie kannte sie gut genug um ohne anzustoßen wieder nach draußen zu finden.

Am Wegesrand sammelte sie einige runde Kiesel ein, die sie sorgfältig von Dreck und Schnee befreite. Ihre erste Station war nicht weit entfernt. Es war ein Punkt direkt am Anwesen neben der großen Handelsstraße. Sie beugte sich hinab und stapelte die Kieselsteine zu einem Kreis zusammen in dessen Mitte sie einige der Münzen legte. Außerdem zierten bunte getrocknete Lavendelstängel den Steinkreis ein wenig sowie die Kerze, die sie daneben entzündet hatte. "Für Lyon" flüsterte sie in das Dunkel der Nacht ehe sie sich wieder erhob und sich auf den langen Weg zum Fuchshof hinab machte. Dort wo sie ihren Sohn geboren hatte. An den Außenwänden des Fuchshofes landeten einige Beeren, Gemüse und Nüsse. "Für Anu" wisperte sie stumm in die Nacht. Ein paar Felder waren ihr nächstes Ziel. Dort vergrub sie ein wenig Saatgut in den gefrorenen Boden und außerdem auch ein wenig von dem Obst. "Für Amatheon" war diesmal das leise Flüstern. Der letzte Weg führte sie zurück zum Anwesen wo sie an der Saftküche wieder einige rohe Dinge ablegte und leise "Für Cranus" aus ihrem Mund entkam.

So hatte sie ihren Schicksalsgöttern gedankt und auch Lyon, der ihr im ganzen letzten Jahr ein Gott geworden war zu dem sie oft betete. Er hatte ihr auf vielerlei Arten geholfen und ihre schweren und steinigen Wege im letzten Jahr ein wenig einfacher gestaltet. Sie war den Göttern viel schuldig und auch wenn sie bereits eine streng gläubige Frau war, so musste es noch einen weiteren Schritt geben den sie machen konnte und so entsandte sie einen Boten gen Kliffweiden, der die Vatin aufsuchen sollte, die seit kurzem dort lebte.

Und das Treffen mit der Vatin hatte alles verändert... alles... Dies war der erste Schritt auf einem langen Weg...

Das erste Opfer - Für Amatheon

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26. Hartung 1402 Der Kliffwald war ein schauriger Anblick in der Dämmerung. Bäume ragten überall wie dunkle Giganten gen Firmament und schienen es mit ihren Ästen zu stützen, die sich je dunkler es wurde immer mehr zu verschwommenen Schemen entwickelten. Dennoch war der Ort und die Uhrzeit perfekt um ein Opfer darzubringen. Der Kliffwald war der Ort an dem die Rothaarige ihren Mann auf die Reise zu den Göttern geschickt hatte. Seine Knochen waren hier vergraben und über ihnen hatte sie damals einen Baum eingepflanzt der mittlerweile eine stattliche Größe angenommen hatte auch wenn er gegen die anderen Bäume, die weitaus höher in den Himmel ragten wie ein winziger Zwerg aussah.

27 Jahre war es nun her, dass Hambert nicht mehr unter den Lebenden weilte. Ein kleiner Trost war es für Elfie, dass das Land der Götter - Arkadien - mit Sicherheit ein besserer Ort war um zu leben. Er starb genau zur 19ten Stunde. Und zu dieser Zeit wollte sie Amatheon ein Opfer darbringen. Es war der perfekte Ort. Der Ort an dem ein lieber Mensch seine letzte Reise begonnen hatte, dort wo ein neues Leben aus dem Ort entsprang in Form eines Baumes.

Sie platzierte einen Kreis aus Kerzen um den Baum und fing leise an das Lied zu singen welches Hambert immer so gern gemocht hatte. Eine candarische Weise welche noch heute den Kindern in Candaria vorgesungen wird. Eine leise und recht melancholische Melodie, die von der Heimat erzählt. Sie widmete dieses Lied Amatheon während sie ein Bündel Salbei anzündete um ihren Gesang mit dem Duft der Kräuter zu verbinden. Und obwohl der Schnee kalt war, stieg sie aus ihren Schuhen und tanzte langsam um den Baum herum. Für einen Außenstehenden hätte sie sicherlich wie eine Hexe bei einem Ritual ausgesehen.

Die Zeit verging wie im Flug und als die Kerzen durch einen kalten Windhauch allesamt erloschen waren nahm Elfie dies als Zeichen, dass Amatheon sie erhört hatte.

Das zweite Opfer - Für Anu

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Das dritte Opfer - Für Cranus

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Das letzte Opfer - Für Lyon

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Familiengeschichten

Tod

In letzter Zeit kam der Traum immer öfter. Tief in der Nacht als Candaria schon von Dunkelheit überflutet war und es still wurde im Fuchshof, so still, dass man sich selbst konnte denken hören, dann war es soweit. Die Sinne und Gedanken verschwammen und endeten schließlich in einem festen Schlaf der die Fänge um einen schlingt und sie nicht wieder löst bis man die Finsternis in den dunklen Träumen überstanden hat und der güldene Morgen anbricht. Und so driftete Elfie hinab in die Traumwelt...

...Es donnerte draußen und die Blitzer erhellten die Nacht. In der Ecke flackerte leise eine Kerze vor sich hin und malte tanzende Schatten an die Wand. Elfie saß dort auf einem Hocker vor ihrem Bett. Darin lag ein Mann mit rotbraunem Haar und tiefen dunklen Ringen unter den Augen. Elfie hatte einen recht gewölbten rundlichen Bauch und das war für die damalige Zeit etwas Besonderes, denn Elfie war zwar immer schon etwas mollig, aber nie dick. Sie trug ihren Sohn unter dem Herzen. Das Einzige was ihr bleiben würde wenn ihr Mann zu den Göttern zurückkehrte. Ihre grünen Augen blickten auf ihn hinab, voller Liebe aber auch voller Sorge. Die Verletzungen die er davon getragen hatte waren schwerwiegend und seit vielen Tagen schon hatte er seine Augen nicht mehr geöffnet. Der Brustkorb hob und senkte sich langsam aber stetig. Elfie hatte seine Hand fest umschlungen und drückte sie an sich.

"Du darfst nicht gehen... was mach ich nur ohne dich? Ich schaff das nicht alleine..."

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Sie fühlte wie die Götter ihn zu sich holen wollten. Die Hand war kalt, so kalt. Und als er schließlich das Leben aushauchte, so war es als würde Elfie mit ihm sterben. Nur ihr Sohn Adalbert, das Einzige was nun noch von ihrem Mann übrig geblieben war, hielt sie am Leben und so atmete sie weiter um ihres Sohnes Willen. So kämpfte sie Tag für Tag für eine etwas bessere Welt in der ihr Sohn aufwachsen sollte. Die Finsternis hing noch nie so schwer über dem Fuchshof wie an jenem Tage an dem Elfie ihren Mann verlor, der ihr ein Fels gewesen war. Ein Fels in den peitschenden Wellen der Brandung. Wieder ein Blitz, der den Raum erhellte...

...Und als sie schließlich ihre Augen wieder öffnete war es Morgen. Die Sonne schien in den Fuchshof, direkt in ihre Augen. Schweiß stand auf ihrer Stirn und mit einem Mal gab sich die sonst so fröhliche Elfie einen Moment lang der Trauer hin und vergoss einige Tränen.

Doch das Leben ging weiter und sie musste weiter machen. Denn sie hatte immerhin noch ihren Sohn, den sie über alles liebte. Und sie hatte noch so viel mehr gefunden. Noch einen Sohn und eine Nichte aus dem fernen Nortgard. Es gab so viel für das es sich zu leben lohnte. Also wischte sie ihre Tränen aus den Augen und stieg die Treppe hinab um das Frühstück zu bereiten... denn wer wusste schon ob nicht bald Besuch vor der Tür stehen würde?

Wiederkehr

Konnte es eigentlich noch besser werden als es jetzt schon war? Hatten die Götter es tatsächlich gut mit Elfie gemeint oder war dies nur ein Trost der Götter weil sie ihren Neffen Sherion von ihr genommen hatten? Grübelnd saß Elfie am Strand. Adalbert war zurückgekehrt und ihr Bruder hatte seine Tochter zu ihr geschickt. Dann war da noch Ron welchen Elfie wie ihren eigenen Sohn liebte. Der Hof füllte sich langsam wieder mit Leben. Ein Wunsch, den Elfie schon lange gehegt hatte. Wie einsam war es doch als Ron und Johanna nach Löwenstein gegangen waren. Und oh Johanna... Elfie hätte sich so sehr gewünscht, dass sie geblieben wäre. Sie und Ron mussten sich wieder versöhnen. Elfie hatte sie beide ins Herz geschlossen wie ihre eigenen Kinder. So konnte das doch nicht weitergehen. Und dann dazu noch mit diesem Pipp von dessen Bruder man in den letzten Tagen wirklich nichts Gutes gehört hatte. Und sie nannte ihn "Fuchs". Elfie grübelte weiter und malte feine Linien in den Sand. Mit dem Strohhut wedelte sie sich Luft zu und starrte zum Meer hinaus. Aber was war nun der nächste Schritt? Sie musste unbedingt etwas gegen diese Situation in Blutquell und Hohenkliff tun und das konnte wirklich nicht eine Rekrutierung von Kämpfern sein. Aber wie würde sie das der Baronin erklären, der sie ihr Wort gegeben hatte. Es musste einfach einen anderen Weg geben und diesen Weg musste sie einschlagen. Und dann war da noch Adalbert. Ob sie ihn vielleicht wirklich mit dieser Fenstermacher zusammenbringen könnte? Die Fenstermacher waren eine bescheidene aber angesehene Familie in Greifanger. Genau das Richtige. Außerdem wünschte Elfie sich so sehr einige Enkel. Das wäre ja sicherlich nicht zu viel verlangt, oder? Schließlich hatte sie ihr Leben für Adalbert geopfert und dann viel zu lange um ihn getrauert, nicht wissend was gerade mit ihm geschieht. Da wären doch sicherlich ein paar Enkel drin. Es gab viel zu tun für Elfie. Viel...

Verwandtschaft aus dem Norden

Candaria und Nortgard hatten nicht nur Unterschiede was die Ländereien betraf. Auch die Persönlichkeiten hätten unterschiedlicher nicht sein können. Zwei Kulturen - Eine Familie.

Die Sonne war schon lange aufgegangen als Elfie in ihre Pantoffeln schlüpfte und müde in ihrem, mit Blumen bestickten, Nachthemd in die Küche schlurfte. Alfhild war schon lange aufgestanden. Aus der Küche nahme sie sich ein paar Eierkuchen vom Vortag, etwas Spiegelei, dazu Schweinespeck, ein paar Früchte, etwas Apfelsaft, ein Krug Milch und als Nachtisch noch einen Joghurt mit Honig. Alles wurde gemütlich auf dem Esstisch platziert und hübsch mit etwas Salbei garniert. Denn so lief das hier in Candaria... Essen Essen Essen Ausruhen Arbeiten Ausruhen Essen...Schlafen Ungefähr einen Stundenlauf später und einen leeren Tisch weiter, schlurfte sie zurück ins Schlafzimmer um sich dort ein wenig frisch zu machen und sich schließlich anzukleiden.

Gähnend stapfte sie durch den Hof und schließlich vor die Türe, wo sie erstmal aus der Ferne ihre Felder inspizierte. Musste denn schon wieder gegossen werden? Der Drachenfluch... dachte sie sich und schüttelte den Kopf. Stattdessen schlenderte sie um den Hof herum, schnappte sich einen der Äpfel die bereits reif hinabgefallen waren und setzte sich unter den Apfelbaum um den Tag zu genießen.

Irgendwann fiel ihr dann auf, dass die Felder bereits gegossen worden waren. Sie kratzte sich am Kopf auf dem immer noch das Krähennest aus rotem Haar sie zierte und schaut sich dann suchend um. "Ich muss dem Kind wirklich mal zeigen wie das hier in Candaria läuft. Sonst bringt sie noch der ganzen Familie den Drachenfluch."

Sie raffte sich dann schließlich doch auf um ein paar Pflanzen zu bezupfen, braune Blätter zu entfernen und schließlich die Tiere zu füttern. Außerdem müsste sie heute Abend noch genügend für das Branwenfest morgen kochen. Da verließ man sich auf sie. Das würde den Fluch noch genug strapazieren. Sie musste aufpassen. Vielleicht würde sie auch Etappenweise kochen. Das wäre wohl das Beste.

Und so... ging der Tag langsam vorüber.

Geliebtes Candaria - Das Herz in der Heimat

Spät des Abends wird man noch eine dicke Rothaarige ausmachen können welche sich in die Nähe der vergitterten Durchganges an der Grenze zu Candaria aufhält. Die Wachen kennen sie anscheinend bereits und versuchen gar nicht erst sie erneut zu vertreiben. Also steht sie dort... Stunde um Stunde und schaut die Straße zu ihrem geliebten Candaria hinab. Hätte sie ihren Hof doch nur niemals verlassen. Jetzt saß sie hier in Servano fest. Sie vermisste den Greifen jetzt schon obwohl es noch gar nicht solange her war, dass sie es zum letzten Mal erblickte. Eine Melodie kam ihr über die Lippen. Sie war melodiös und schwerfällig. Eine Melodie, die einen von fernen Ländern träumen liess. Sie hatte diese Melodie einst von ihrer Großmutter gelernt. Ein altes Candarisches Lied. Als es dann zu dunkel wurde und die ersten Fackeln an der Grenze angingen, machte sie sich schließlich auf den Weg.

Ein letztes Mal blickte sie noch durch das Grenztor und sagte...

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...ehe sie dann in der Dunkelheit verschwand.

Der Leuchtturm

Wie jeden Abend wagte die Rothaarige einen Spaziergang zu den Grenztoren Richtung Candaria. Natürlich waren sie weiterhin verschlossen. Also ging sie einfach an der Mauer entlang bis sie zum Wasser gelangte. Ihre Erinnerungen entführten sie in fast vergessene Zeiten in denen sie noch bei herrlich lauem Wetter die Felder ihres Hofes bestellte. Das Blöken der Schafe war allgegenwärtig und irgendwie beruhigte es ihr Gemüt.

Ab und an wenn der Wind besonders stark war wehte eine Brise über das Land welche nach Meer roch. Und ganz weit in der Ferne konnte man stets den Leuchtturm Candarias ausmachen. Über dem Kap der letzten Ruh ragte das Feuer der Hoffnung stets in die Höhe.

Und, vielleicht bildete sie es sich auch nur ein, sie konnte von der Grenze aus ein kleines Licht ausmachen. Konnte es sein, dass dieses kleine Licht das Feuer des Leuchtturmes war welchen sie als junges Mädchen so verehrt hatte?

Es war viel zu weit entfernt um ausmachen zu können was es genau war. Und wenn sie ehrlich zu sich war, so wäre das Licht über eine solche Distanz bereits erloschen. Nur ihre Erinnerungen leuchteten ihr den Weg, wie es einst der Leuchtturm tat.

Und obwohl sie sich stets um ein helles und fröhliches Auftreten bemühte, wurde ihr in diesem Moment unendlich schwer ums Herz. Sie wollte nicht mehr in Servano bleiben. Es war eine Qual und eine Strafe welche sie nicht zahlen wollte. Servano war sicherlich nicht schlecht und seitdem die Keuche verschwunden war auch sicher... aber sie sehnte sich nach ihrem Hof und ihren Schafen. Hoffentlich würde sich ihre Nachbarin weiterhin um ihre Tiere kümmern.

Und wieder einmal verschwand sie in der Dunkelheit...

Der Traum von der Heimat

In ihren Träumen sah sie die Landschaft vor sich, die sie immer schon geliebt hatte. Wäre sie damals nur nie aufgebrochen. Andererseits hätte sie dann nie die vielen wunderbaren Menschen kennengelernt die Servano beherbergte. Inklusive dieses wunderbaren Burschens den ihr ihre Schwester hinterlassen hatte. Es gab also tatsächlich noch Familie irgendwo da draußen. Sie hatte die Hoffnung, dass es nicht das letzte Familienmitglied war welches sie kennenlernen sollte. Tief des Nachts wachte sie dann schließlich auf und dachte über all jenes nach was ihr bisher widerfahren war. Sie führte kein so arg schlechtes Leben in Servano. Dennoch... sie vermisste die Heimat mehr als alles andere. Ihren kleinen Hof mit den Feldern und den Koppeln welche gefüllt waren mit den wolligen Zackelschafen. Den Apfelbrand und den wunderbaren candarischen Apfelkuchen, den ihre Großmutter immer gebacken hatte als sie noch lebte.

Die grünen Wiesen und die darauf grasenden Rinder. Und nicht zuletzt der wunderbare Sonnenuntergang über den Apfelbäumen der Brennerei im Herzen Candarias. Es war so ein wunderbares Land. Wäre da nur nicht dieser Zwist zwischen den beiden Familien. Sie hatte sich immer schon rausgehalten aus diesem Zwist. Auch wenn sie ihre eigene Meinung dazu hatte wer nun der wahre Erbe Drechslers war. Durch die Nähe zu Greifenhorst hatte man sie auch noch nie zu weit in den Konflikt hineingezogen.

Viele hielten sie für eine naive und schwache Frau. Aber das Leben in Candaria war nicht immer so einfach. Die Bürgerkriege fegten oft heftig durch das Land und hinterließen Schneisen in Land und Herz der Menschen. Es hatte sie stark gemacht. Ein starkes Herz voller Hoffnung und Mut. Nie würde sie sich irgendwem unterwerfen. Und sie würde stets ihre Familie und Freunde schützen.

Ach wie wünschte sie sich ihre Heimat zurück... so sehnlich.

Die Rückkehr

Es war nun endlich soweit. Solange hatte sie gewartet und wie hatte sie ihre Heimat vermisst. Eilig stopfte sie ihr Hab und Gut in Fässer, Kisten und was sonst noch Lagerraum hergab. Der Hof war ihr eine gute Bleibe gewesen im Südwald und der Orden, sowie auch die Menschen des Südwaldes waren immer gut zu ihr gewesen. Aber dies war nur eine vorübergehende Lösung gewesen. Eine Lösung welche nicht dauerhaft war. Es war ihr bewusst gewesen, dass jener Tag kommen würde. Mit Freude im Herzen aber auch ein wenig Trauer betrachtete sie ihren alten Hof. Sie räumte die letzten Stücke ihrer Besitztümer zusammen und machte sich auf den Weg zur Grenze. Hier hatte alles begonnen und nun wird alles hier enden.

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Denn am morgigen Mondtag würde alles vorbei sein. Der Alptraum, der weniger Alp als Traum war, war vorüber. Sie würde ihre Heimat und ihren Hof endlich wiedersehen. Nie würde sie die Heimat wieder verlassen. Nie... sie war überglücklich und diese Nacht würde sie sicher kein Auge zu machen.

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